Tempel des Ramses II. und Tempel der Nefertari

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Tempel des Ramses II. und Tempel der Nefertari




Große Tempel des Ramses II.
Beide Tempel wurden einst aus dem Felsmassiv herausgeschnitten, so dass von außen nur die Fassade sichtbar war. Diese Bauweise stellte im alten Ägypten eine übliche Vorgehensweise dar. Auch Gräber und unterirdische Steinbrüche wurden auf diese Weise erbaut.


Die Fassade des Großen Tempels ist etwa 35 Meter hoch und mit vier großen Statuen verziert. Diese stellen König Ramses den Zweiten dar und sind stolze 22 Meter hoch. In der Mitte der Tempelfassade befindet sich außerdem eine Statue des mächtigen Sonnengottes Re. Zwischen den großen Statuen des Königs finden sich weitere, kleinere Abbildungen der Königsfamilie. Als oberen Abschluss trägt die Fassade ein Fries aus Pavianen, die im alten Ägypten heilige Tiere waren. Insgesamt ergibt diese äußere Erscheinung ein eindrucksvolles Bild davon, wie mächtig König Ramses und sein Reich waren.



Im Inneren führt der Tempel sechzig Meter tief in den Fels. Eine große Halle bildet den Hauptraum, in dem vier weitere Statuen ägyptischer Götter stehen. Weitere zwei kleinere Hallen zweigen von der Großen ab. Die Raumaufteilung ist simpel und klar, dennoch wirkt das Innere aufgrund der mächtigen Dimensionen ehrfurchtsvoll. Der Besucher spürt sofort, was auch die Menschen des alten Ägyptens gefühlt haben müssen. In diesen Räumen wirkt der Einzelne klein und untertänig.


Kleine Tempel der Nefertari
Der kleinere der beiden Felsentempel wurde zu Ehren der Gemahlin des Ramses und der Göttin Hathor erbaut. Die beiden Tempel unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch ihre Größe. Auch der Kleine Tempel trägt außen vier mächtige Statuen. Diese stellen zweimal die Königin dar, einmal Ramses und einmal die Göttin Hathor. Der Kleine Tempel führt etwa zwanzig Meter in den Fels und beinhaltet zwei Hallen.



Verlegung der beiden Tempel

Die Verlegung der beiden Tempel von Abu Simbel erfolgte schließlich zwischen November 1963 und September 1968 als weltweites Gemeinschaftsprojekt. Die Arbeit wurde von ägyptischen, deutschen, französischen, italienischen und schwedischen Baufirmen durchgeführt.



Für den Abtransport und den Wiederaufbau bohrte man zunächst 17.000 Löcher in den Fels, um das Gestein mit 33 Tonnen Epoxidharz zu verfestigen. Zusätzlich dienten Eisenklammern der Stabilisierung. Danach wurden die Tempel von Abu Simbel mittels einer Seilsäge in 1036 Blöcke zerschnitten, deren jeweiliges Gewicht zwischen 7 und maximal 30 Tonnen betrug.



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